Inhaltliche Checkliste zum Verfassen von Arztberichten zuhanden der IV

1. Medizinische Diagnosen:

Klassifikation der Diagnosen gemäss ICD oder DSM; unter Angabe des Verlaufsdynamik (z.B. chronisch-rezidivierend, akut).

 

2. Jetziges Leiden, klinische Symptomatik und Funktionsstörungen:

  • Konkrete physische und mentale Beeinträchtigungen (z.B. „Konzentrationsabbrüche nach 20 Min. Bildschirmarbeit“)
  • Psychovegetative Begleitsymptome (Schlafstörungen, Panikattacken)

 

3. Psychosoziale Kontextfaktoren:

Kurze Beschreibung der wesentlichen iographischen und beruflichen Begebenheiten, wie z.B. frühkindliche Traumata und andere Indikatoren zur Persönlichkeitsentwicklung, Fokus auf Prädiktoren für chronische Krankheiten, schulische und beruflicher Werdegang, ggf. migrationsspezifische Aspekte.

 

4. Arbeitsrelevante Faktoren:

Problematik und Limitationen bei der Arbeit, ev. in Bezug zu Stressoren am Arbeitsplatz (Lärmpegel, Schichtdienst, Konfliktkonstellationen, physische oder mentale Überforderung, etc.)

 

5. Therapieverlauf:

Beginn und Verlauf der Therapie, Wirkungen, Teileffekte, Nebenwirkungen:

  • Medikamentöse Einstellung (Wirkung, Nebenwirkungen)
  • Psychotherapeutische Interventionen (kognitive Verhaltenstherapie bei Ängsten)
  • Behandlungssetting
  • Übersicht über weiter bisherigen Therapien (stationär, teilstationär, ambulant)
  • weitere geplante medizinische Massnahmen oder Abklärungen

 

6. Psychopathologischer Befund gemäss AMDP:

Falls vorhanden weitere psychometrische Test-Resultate

 

7. Ressourcen/Einschränkungen in Bezug zu mini-ICF:

  • Was geht in der bisherigen Tätigkeit weshalb nicht mehr? Zielorientierte Formulierungen („Der Patient kann XYZ nicht, benötigt ABC“)
  • Einschätzung der Motivation des Patienten zur Mitarbeit z.B. in Reintegrationsprozessen

 

8. Beurteilung und prognostische Einschätzung:

Wie hängt die aktuelle Situation mit der Vorgeschichte zusammen, Prädiktoren für chronische Leiden, resp. chronische Primärschmerzen (siehe SAPPM-Begutachtungs-Leitlinien). Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in einer möglichen alternativen Tätigkeit. Was wäre unter welchen Bedingungen (noch) möglich, was stünde einer Eingliederung im Wege? Vorschläge für stufenweise Wiedereingliederung, angepasste Arbeitsbedingungen oder spezifische Rehabilitationsprogramme. Eine differenzierte Beurteilung der Arbeitsfähigkeit und vor allem der verfügbaren Ressourcen für eine Verweistätigkeit hilft den Eingliederungsprozess zu beschleunigen und gegebenenfalls gutachterliche Abklärungen überflüssig machen.